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Warum wir über „Sexual Long COVID“ sprechen müssen

Long COVID kann auch die sexuelle und reproduktive Gesundheit beeinflussen.

Warum wir über "Sexual Long COVID" sprechen müssen: Ein unterschätztes Symptom


Unter dem Begriff "Sexual Long COVID" werden verschiedenste Beschwerden zusammengefasst, die nach einer SARS-CoV-2-Infektion im Fortpflanzungssystem auftreten können.

Wie hängt das zusammen?


SARS-CoV-2 nutzt sogenannte ACE2-Rezeptoren, um in menschliche Zellen einzudringen. Diese Rezeptoren befinden sich nicht nur in den Atemwegen, sondern reichlich im Gewebe der Fortpflanzungsorgane – sowohl in den Eierstöcken und der Gebärmutter als auch in den Hoden und der Prostata.


Zudem führt COVID-19 häufig zu Entzündungsreaktionen in den Blutgefäßen (Endotheldysfunktion) und feinsten Blutgerinnseln. Da die Sexualorgane extrem stark durchblutet sind, reagieren sie besonders empfindlich auf solche Gefäßveränderungen.

Mögliche Symptome bei Betroffenen


Die Bandbreite der Beschwerden ist groß und betrifft Menschen aller Geschlechter:


Zyklusstörungen & Schmerzen: 

Starke Veränderungen im Menstruationszyklus, ausbleibende oder unregelmäßige Blutungen sowie intensivierte Schmerzen.


Erektile Dysfunktion & Schmerzen: 

Durchblutungsstörungen, Schmerzen in den Hoden oder chronische Entzündungen (z. B. Orchitis).


Libidoverlust & Erschöpfung: 

Ein massiver Rückgang der sexuellen Lust, oft verstärkt durch die allgemeine körperliche Belastung und chronische Schmerzen.


Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: 

Brennen oder Druckgefühl im Beckenbereich.


Warum Aufklärung so wichtig ist


Viele Betroffene schämen sich oder wissen gar nicht, dass ihre Symptome mit einer vorherigen Infektion zusammenhängen könnten. Die Folge: Unterdiagnostik, Unsicherheit und das Gefühl, mit dem Problem allein zu sein.


Um Forschung, Behandlung und das Verständnis für Long COVID voranzutreiben, müssen auch die reproduktiven und sexuellen Folgen in Diagnosekriterien und Studien einbezogen werden. Gesundheit hört nicht bei den Atemwegen auf, sie betrifft den ganzen Körper. 

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